F-35 / Air2030
Wer trägt das Risiko, wenn Annahmen bei Milliardenbeschaffungen nicht halten?
Letzte Änderung: 24. Oktober 2026
Bei der Beschaffung des F-35A warnte die Eidgenössische Finanzkontrolle vor Vertragsabschluss vor einem finanziellen Risiko. armasuisse lehnte die Aufnahme dieses Risikos ins Risikomanagement ab. Vier Jahre später steht fest: Der gegenüber Parlament und Öffentlichkeit kommunizierte pauschale Fixpreis lässt sich gegenüber den USA nicht durchsetzen.
Air2030 zeigt damit exemplarisch, was bei staatlichen Milliardenentscheiden geprüft werden muss: Wurde das Risiko erkannt? Wurde es quantifiziert? Welche Sicherheitsmarge bestand? Wer kontrollierte die Annahmen? Und wer trägt die Folgen, wenn sie nicht eintreffen?
Die GPK-N legte am 8. September 2026 sieben Empfehlungen zu Aktenführung, Rechtskontrolle, Rechnungsprüfung, Verhandlungsführung und Risikoprognosen vor. Der Bundesrat nahm sechs vollständig und eine teilweise an; seine Einschätzung, welche Punkte bereits umgesetzt seien, ist seine eigene Umsetzungsbeurteilung. Beim Lieferplan meldete das VBS am 22. September Produktion und Auslieferung als auf Kurs: Die Ausbildung der ersten Schweizer Besatzungen und des Bodenpersonals in den USA soll ab Mitte 2027 beginnen. Erste Flugzeuge aus Cameri sind laut armasuisse-FAQ für 2028 vorgesehen; die Stationierung und Einführung in Payerne soll ab Mitte 2028 beginnen.
Auf einen Blick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| ursprünglich geplante F-35A | 36 |
| Beschaffungsvertrag | 6,035 Mrd. CHF |
| Zusatzkredit F-35A 2026 | 394 Mio. CHF |
| Zahl der beschaffbaren F-35A | noch nicht definitiv. Der Bundesrat verzichtet auf die ursprünglich geplanten 36; das VBS geht aktuell von 30 aus. |
| EFK-Warnung | vor Vertragsunterzeichnung |
| GPK-N-Befund 2026 | kein pauschaler Fixpreis vereinbart |
| Patriot-Verzögerung | fünf bis sieben Jahre |
| Projektstatus Bodluv GR per 30. Juni 2026 | Gesamtbeurteilung des VBS: ungenügend |
| geschätzte Mehrkosten Patriot | 1 Mrd. CHF in der Finanzierungsplanung; das Aussprachepapier des VBS nennt je nach Option der US-Regierung 1,7 bis 4,3 Mrd. CHF |
| mögliches zweites System Bodluv GR | geschätzter Finanzierungsbedarf: 5 Mrd. CHF |
| Vorstoss für eine PUK | am 30. September 2026 eingereicht, Einsetzung noch nicht entschieden |
Die Beträge haben unterschiedliche Qualität: Der Zusatzkredit ist bewilligt, die Patriot-Mehrkosten und der Bedarf für ein zweites System sind Schätzungen des Bundes. Sie bilden keine Gesamtsumme.
Analysen
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